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PinePhone und postmarketos

Juli 2022

Nach ein paar Gehversuchen in Mandriva merkt man ziemlich schnell, dass man sich mit KDA Plasma in einem Android Clone bewegt. Die schöne GUI mit den vielen Rahmen und Effekten schein das PinePhone auch etwas zu überlasten. Was man speziell an der Reaktionsfähigkeit der UI merkt.

Die Suche nach Alternativen bringt mich zu postmarketos. postmarketos ist ein auf alpine linux basierende Distribution. postmarketos hat das Ziel Geräte solange zu betreiben bis sie physikalisch kaputt gehen und nicht nur bis der Hersteller keine Updates mehr liefert. Ich habe mich dazu entschlossen das nur wenige Tage alte stabile Release v22.06 zu verwenden.

postmarketos bietet verschiedene Oberflächen, von denen eine z.B. KDE Plasma ist. Die jedoch wesentlich interessantere ist sxmo. sxmo ist eine Umgebung für Hacker. Man erweitert die Menüs z.B. über Shell-Skripte und die unzähligen Hardware-Button-Klick Möglichkeiten und Swipe-Gesten öffnen ein Tor für Leute die gerne Manuals lesen BEVOR sie den Videorekorder resigniert in die Ecke schleudern.

Für die Installation von postmarketos mit sxmo bin ich wie folgt vorgegangen. Zuerst installiert man sich auf dem PC pmbootstrap. Damit kann man postmarketos images erzeugen und auf Datenträger schreiben. Bei der Erstellung des Image kann man die eigenen ssh Public Keys gleich ins Image schreiben lassen. Das macht den Login über ssh später einfacher.

Eingespielt wird das Image indem man das PinePhone Pro im Mass-Storage-Device-Modus startet. Also nach dem Anschalten die Volume-Up Taste drücken bis die LED blau wird. Dann hat man direkten Zugriff auf den internen Speicher des Telefons.

Wie bereits angekündigt lässt sich sxmo über Shell-Skripte erweitern. Mein infamous Wettervorhersage-Skript für PC lief z.B. mit minimalen Anpassungen auf PinePhone:

#!/bin/ash
set -e
sxmo_rotate.sh rotright
cd /tmp
refetch=0
if [[ -e wetter.svg ]]
then
    refetch_limit=$(date -d 'now - 1 hours' +%s)
    file_time=$(date -r wetter.svg +%s)
    if (( file_time <= refetch_limit ))
    then
        refetch=1
    fi
else
    refetch=1
fi
if [[ "${refetch}" == "1" ]]
then
    wget -O wetter.svg 'https://www.yr.no/en/content/48,12/meteogram.svg'
    convert -density 200 wetter.svg wetter.png
fi
feh -Z -F wetter.png

Sieht dann so aus:

Besonders hervorheben an dem Script will ich den sxmo_rotate.sh rotright Aufruf. Dieser dreht die Anzeige in der Portrait-Modus. Ja, so einfach kann das gehen…

Die Konfiguration des mobilen Internets ist im Hacker-Style gehalten. Man fügt statt einer WPA-Verbindung, wie bei WLAN, eine GSM-Verbindung hinzu. Dabei wird man nach dem APN des Providers gefragt. Die Telekom sagt einem es ist internet.v6.telekom.

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Falls der Artikel interessant war oder etwas unklar ist freue ich mich über Fragen per e-Mail an markus.peroebner@gmail.com.